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Wachsende Bewusstheit (Essays, Lyrik)

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Eine neue Spezies

 

 

"Ich weiß wirklich nicht,

ob es in der Menschheitsgeschichte ein bedeutenderes Ereignis gab,

als Sri Aurobindos und Mutters Erfahrung."

(Satprem)

 

"Da war 'Mutters Agenda', so gefährlich für die 'Schüler',

das Geheimnis einer Zukunft, die nichts mit ihrer Spiritualität zu tun hatte. (...)

Sie druckten sogar eine falsche Agenda, um das Erscheinen der echten zu verhindern."

(Satprem)

 

"Jene, die immer noch glauben, Sri Aurobindo und Mutter wären

'Weise' oder 'Heilige' oder Philosophen oder was weiß ich,

sind nicht-evolutionäre Esel. (...)

Mutter und Sri Aurobindo kamen nicht, um zu predigen

oder zu offenbaren, sondern um zu TUN.

Was sie zu tun hatten, taten sie. 'Es ist getan'.

Sie kamen, um in einem Winkel Materie oder einem Winkel Zellsubstanz

trotz - oder wegen - aller Hindernisse eine Gruppe von Zellen bloßzulegen

oder zu befreien, so wie sie sind, ohne ihre evolutionäre Verkleidung

oder Verkrustung. Ihre Körper waren das Labor der Evolution.

Was sie taten, ist eine evolutionäre Operation."

(Satprem)

 

Lange hat mich kein Buch mehr so gefesselt wie Satprem's kommentierte Niederschriften dessen, was Mutter ihm über ihre innere Arbeit berichtete. Und noch nie hat mir ein Buch erklärt, warum ich mich auf der Erde fühle wie in der Hölle – und mir gleichzeitig glaubhaft gemacht, dass es in Wahrheit um das Paradies auf Erden geht.

Auch ich kann mir kaum vorstellen, welches Ereignis in der Menschheitsgeschichte bedeutender gewesen sein soll als das, was Satprem berichtet - und doch finden sich die drei bzw. vier Bücher, in denen diese Erfahrungen geschildert sind (Der Göttliche Materialismus (Band 1), Eine neue Spezies (Band 2), Die Mutation des Todes (Band 3) und: Das Mental der Zellen) auf keiner Bestsellerliste. Sri Aurobindo soll gesagt haben, die Kraft (er nannte sie 'Supramental') würde sich zeigen, wenn es soweit ist. Wir müssen also nicht darüber lesen, denn gerade das Lesen (und Denken) wird eines von den Dingen sein, die einfach wegfallen, sobald das Supramental alles Sein lenkt.

Ich für meinen Teil kann jedoch sagen, dass die Informationen, die in diesen Büchern enthalten sind, meine Weltsicht und hoffentlich Leben verändern wie wenig sonst bisher und bin froh, ihnen über den Weg gelaufen zu sein.

Die folgende Sammlung von Zitaten aus den Büchern ist mein Versuch, einen Geschmack von dem zu vermitteln, was das gemeinsame innere Werk von Sri Aurobindo und Mutter – wie es speziell in diesen Büchern von Satprem beschrieben wird – ganz praktisch für uns als Spezies bedeutet. Denn jetzt, ein halbes Jahrhundert weiter, stehen wir immer noch und mehr denn je auf der Schwelle dieses Übergangs in eine neue Spezies.

Die zitierten Passagen (kursiv gedruckt) sind zum Teil Originalzitate von Mutter (dann ist mit „ich“ Mutter gemeint), zum Teil Zitate aus Satprems Kommentaren (dann ist mit „sie“ Mutter gemeint).

 

Ich kann gut verstehen, warum sie immer sagten,

man müsse der Materie entfliehen!

Es erfordert eine solche Transformation,

dass es fast eine Ewigkeit braucht. (...)

Und es ist völlig offensichtlich,

dass es sich nie ändern würde,

wenn es nicht unerträglich wäre.

Und wenn es unerträglich ist,

möchte man wirklich davor weglaufen

– aber das ist unmöglich!“ (Mutter)

 

Mutter und Sri Aurobindo, denen keine der vielen "yogischen Kräfte", die es gibt, fremd ist, geht es um grundsätzlich anderes als Erleuchtung und das Erreichen von Nirwana und Glückseligkeit jenseits der Welt – ihnen geht es um eine Verwandlung der Materie dergestalt, dass die Menschheit in der Materie einen evolutionären Quantensprung hin zu einem völlig anderen Sein, jenseits von Tod und Leiden machen kann.

 

Denn wieviele Menschen auch immer Nirwana erreichen und in der Abgeschiedenheit von der Welt ihre körperlichen Bedürfnisse und diese Welt transzendieren – es verändert die Welt und das Leiden darin nicht grundlegend. Um eine solche grundlegende Veränderung des "materiellen", zellulären Seins geht es Mutter. Ihre besondere Gabe, Hingabe und Zielstrebigkeit ist, bis in die tiefsten zellulären Schichten ihres Körpers und damit der Materie an sich bewusst zu werden um herauszufinden, wo es einen Hebel gab, der das menschliche Sein in dieser Welt im Dienst der Evolution von der Hölle zum Paradies auf Erden wandeln könnte:

Dieses ungenaue, stolpernde, indirekte Leben [das wir bisher kennen] - das schmerzvoll ist, weil es nie weiß und nie die Macht dessen hat, was es sieht –, könnte seine mächtige Genauigkeit, sein fähiges Wissen, seine wirksame Sicht innerhalb eines einheitlichen irdischen Körpers entdecken, der den millionsten Teil seines jeden Atoms und jeder genauen Sekunde kennt, in New York wie in Hongkong wie in jedem Winkel seines Zimmers und in den Tausenden lebenden, fliegenden, laufenden und krabbelnden oder in Elektronenhüllen wirbelnden Wesen, weil dieser Körper seine eigenen Atome und Zellen IST, egal wo im irdischen Universum und zu jeder Sekunde. Derart ist die "neue Materie" beschaffen, die in Mutters Körper entstand – und durch einen Körper vielleicht im Körper der gesamten Erde. (Mental der Zellen, S. 54)

 

Alle nur möglichen Farben sind verbunden, ohne sich zu vermischen - in leuchtenden Punkten verbunden. Alles besteht aus diesen Punkten. Das scheint die wahre Seinsart zu sein – ganz sicher bin ich mir noch nicht, aber jedenfalls ist es eine sehr viel bewusstere Seinsart. Ich sehe das die ganze Zeit: mit offenen Augen, mit geschlossenen Augen, immer. Das gibt einen seltsamen Eindruck zugleich von Subtilität, fast von Durchdringlichkeit und einer Flexibilität der Form, einer beträchtlichen Verringerung der Starrheit der Formen. (Mental der Zellen, S. 56)

[In] eine Welt ohne Ärzte, ohne Rechtsanwälte, ohne ... die Liste unserer Komplikationen ist lang. Ohne Telefon, weil alles miteinander kommuniziert. (...) Ohne Entfernung, ohne Trennung, überall das Bewusstsein. (...) Kein Zittern mehr, keine Eile ... Eile für was? Morgen ist vollkommen heute, jede Sekunde ist vollkommen das, was sie zu sein hat, neu wie die kleine Quelle. Eine außerodentlich einfache Welt ... einfach wie die Wahrheit. (...) (Band 3, Anfang)

Wo liegen die Schlüssel für eine solche Verwandlung, die bis dahin noch niemals Ziel irgendeiner Meditation, irgendeines Yoga gewesen war? Und wie konnten diese Schlüssel, wenn gefunden, benutzt werden, ohne alles zu zerstören, was Materie bisher gewesen war? Diese letzte Frage stellte sich mit zunehmender Dringlichkeit, als offensichtlich war, wie machtvoll die Energie in den Tiefen der Zellen der Materie ist, die mit diesen Schlüsseln befreit wird.

 

Um das Paradies auf Erden ging es all die Jahrzehnte ihres Lebens für Mutter und Sri Aurobindo, bevor sie sich im Körper begegneten und danach. [Als ich mein Buch "Das Paradies auf Erden ..." schrieb, war ich inspiriert von einer inneren Gewissheit, dass das Paradies auf Erden eine reele Möglichkeit ist, ohne aber die obengenannten Bücher von Satprem zu kennen und von dem zu wissen, was Mutter getan hat - so erhaschte ich wohl einen Zipfel der Vision, aber die Radikalität des Ganzen, die ich jetzt in dem finde, was ich bei Satprem lese, entging mir damals und ich streifte mehr die Oberfläche ... ] In jahrzehntelanger gemeinsamer Durchdringung fanden Mutter und Sri Aurobindo zuerst heraus, dass ein solcher Wandel nicht auf der oder durch die Ebene des Mentals (unser Mentalkörper, die intellektuelle Ebene) und auch nicht auf der oder durch die Ebene des Vitals (unser Gefühlskörper) zu bewerkstelligen war.

"Die MENTALE Unbewusstheit (...) [ist] eine ganz spezielle Unbewusstheit - starr, hart, widerspenstig - mit allem, was das Mental in unser Bewusstsein gebracht hat: Es ist viel schlimmer (...) als eine rein materielle Unbewusstheit (...), sozusagen eine 'mentalisierte' Unbewusstheit. Diese ganze Steifheit, diese Härte, diese Engstirnigkeit, diese Starrheit (...), all das ist dem Einfluss des Mentals in der Schöpfung zuzuschreiben. Bevor das Mental sich manifestierte, war das Unbewusste nicht so, es war ohne Form und besaß die Plastizität des Formlosen - diese Plastizität jedoch existiert nicht mehr. (...) [Das Mental hat] das Unbewusste aggressiv gemacht - vorher war es nicht so. Aggressiv, widerspenstig, starrsinnig. (...) So weigert sich die mentale Unbewusstheit, sich zu ändern - was für die andere [zelluläre Unbewusstheit] nicht der Fall ist (...), eine 'organisierte' Unbewusstheit, eine Unbewusstheit, die sich in ihrer Weigerung, sich zu ändern, organisiert hat." (Band 2, Seite 116)

Anstatt weiter am Mental zu arbeiten, stiegen wir [Mutter und Sri Aurobindo] dann beide fast unmittelbar vom Mental zum Vital hinab und von dort ziemlich schnell immer tiefer ... Dann erreichten wir das Physische – und dort begann die ganze Schwierigkeit. Wir blieben aber nicht im Physischen, sondern drangen tiefer hinab ins Unterbewusste und von dort ins Unbewusste. Das Unbewusste ist das, was wir als den Weltanfang, die Grundlage der Materie bezeichnen können, dieses undefinierbare „Etwas“, auf dem sich alle Evolutionsschichten ablagern und aus dem alle Formen entkrochen... (...) Erst als ich [Mutter] ins Unbewusste hinabstieg fand ich dort inmitten der Finsternis die göttliche Gegenwart ... (...) [ich] stand plötzlich vor einer Öffnung, wie ein Gewölbe oder eine offene Grotte (...) und dort erblickte ich ein Wesen aus regenbogenfarbenem Licht, das mit dem Kopf auf seinen Händen ruhend schlief: das Licht, von dem es umflutet war, leuchtete regenbogenfarbig ... Regenbogenfarbig bedeutet in allen Farben, und das ist sehr wichtig, denn es handelt sich hier um ein Licht, dem wir noch öfters begegnen werden, und das ganz besondere Eigenschaften oder eine ganz besondere Macht über die Kräfte der Auflösung hat (Krankheit, Tod, das finstere Nein in der Tiefe der Materie), das mit diesem Licht einherzugehen oder dessen Begleiterscheinung zu sein scheint.“ (Band 1, S. 285)

 

Das Mental und das Vital waren Werkzeuge [der Evolution], um die Materie zu behämmern – hämmern, auf alle möglichen Weisen behämmern, das Vital durch die Gefühle, das Mental durch die Gedanken; aber sie machten auf mich den Eindruck vorübergehender Werkzeuge, die [jetzt] durch andere Bewusstseinszustände ersetzt werden. Sie (...) werden wie veraltete Werkzeuge wegfallen. Die evolutionäre Verkümmerung alter, unnützer Gliedmaßen. (Band 3, S. 22)

Nein, es MUSSTE direkt auf der Ebene der Zellen geschehen, und es konnte nur durch Mutter geschehen, weil es zunächst in ihrem Körper geschehen musste. Das war ihre Gabe. Sie und Sri Aurobindo konnten nur gemeinsam das Werk vollbringen, aber die Transformation in den Zellen musste in ihrem Körper geschehen. Aber die Zellen, alle Zellen, die tiefsten Ebenen der Materie, so wurde immer klarer, waren vollkommen im Griff des Mentals und das Nein in den Zellen zur Hingabe ans Leben jenseits der Lügen, die Mental und Vital uns vorgaukeln, schien zeitweise unüberwindlich.

 

(Das heißt: Der Satz "Mind over Matter" "der Mind herrscht über das Körperliche" ist in letzter Konsequenz keine Parole der Befreiung, sondern eine Parole der Verewigung der Knechtschaft in einer Seinsweise, in der kein irdisches Glück zu finden ist!)

Bevor Mutter jeden Augenblick ihres Daseins in den Tiefen der Zellen verbrachte, um dort das Tor zu finden und für die gesamte Schöpfung zu öffnen, erforschte sie alle "jenseitigen", außerkörperlichen Dimensionen und wurde mit ihnen vertraut kam dabei aber auch zu dem Schluss, dass der nächste irdische Evolutionsschritt nicht in dieser Richtung liegen wird.

Über Jahre hinweg – achtzig Jahre vielleicht – verbrachte Mutter ihre Zeit damit, ihren Körper zu verlassen, um sich auszuruhen: In Sekundenbruchteilen erklomm sie die höchsten Regionen des Bewusstseins und trat in das große, weiße, reglose Licht (...) So konnte Mutter mehr als ein halbes Jahrhundert ihr aufreibendes Leben aushalten, ohne dabei mehr als zwei Stunden Ruhe pro Nacht zu finden. (...) Je weiter sie in ihrem Yoga der Materie fortschritt, um so deutilcher wurde ihr aber bewusst, dass diese Methode – die Materie zu verneinen oder sie schlicht zu vergessen – ihre Zellarbeit seltsam verkomplizierte. Dem Zugriff des physischen Mentals [Mind] zu entkommen, bedeutet zweifelsohne eine große Entspannung und Erholung, aber es ist der Ausweg aus dem Käfig nach oben, nicht nach unten, und während dieser Zeit fallen die Zellen, die Materie wieder in ihre ursprüngliche Trägheit zurück: (...) Das heißt, man erreicht genau das Gegenteil des angestrebten Ziels. Es bedeutet die minutiöse Vorbereitung auf den Tod – einen erfrischenden Tod. Dieses sehr bequeme Mittel wurde ihr radikal und brutal entrissen, derartig gründlich, dass sie ihrem Körper nicht mehr entkommen konnte; sie war an ihn und all seine höllischen Schmerzen gefesselt – um die Lösung dort zu finden. Keinen Strom [des im Körper seins] mehr, den man abstellen konnte, keine nervliche Empfindsamkeit, die man vermittels einer kleinen inneren Konzentration betäuben konnte – mit all diesen yogischen Tricks war es vorbei. Es waren tatsächlich Tricks, eine Art Super-Medizin, die wir der Menschheit sehr wünschen würden, die aber das eigentliche Problem nur einzementiert, ähnlich der anderen Medizin mit ihren Schlaf- und Beruhigungsmitteln. Die Materie muss wahrlich ihre eigene Lösung finden. - In sie wurde Mutter unweigerlich und mit bestürzender Geschwindigkeit gestoßen. (Band 3, S. 144f)

Zwischen 1956 und 1968 fand bzw. konkretisierte sich der gesuchte Schlüssel in mehreren Etappen, doch erst 1964 bzw. 1968 wurde klar, dass er auch benutzbar war. Eine Zeitlang schien es, als sei es unmöglich, die Zellen vom Griff des Mentals zu befreien, ohne dass sich die Materie, der Körper vollständig auflöste – zu eng schienen Mental und Materie mittlerweile verzahnt zu sein. Doch dann (und das war erst fünf Jahre, bevor Mutter die körperliche Ebene verließ) schien eine wundersame Rettung auf – und sie kam direkt von den Zellen. Von den Zellen in Mutters Körper, die zu dieser Zeit bereits vollständig vom Mental und Vital befreit waren.

Der Schlüssel für die Durchdringung des zweiten Netzes, jenes, das uns an den Körper eines Säugetieres fesselt wie andere an einen Reptil- oder Fischkörper [war gefunden]. Wir mögen uns fragen, wie wir armen Menschen diese Mauer je durchdringen können, wenn es Mutter und Sri Aurobindo so viel Heldenhaftigkeit und Ausdauer abverlangte, den Vorgang zu bewerkstelligen, doch der Weg steht offen [nun, nachdem es Mutter gelang, ihn zu öffnen]. Jetzt wissen wir, wo der Schlüssel liegt – das Haupthindernis liegt nicht im Hindernis selber, sondern darin, nicht zu wissen, wie das Hindernis anzugehen ist! (...) Jetzt wissen wir: Die Zellen müssen der Materie ein Mantra einprägen, und wenn sie einmal in Schwung gebracht wurden, werden sie die alte Routine von allein auflösen. Das Mantra wird die Zellen klären, automatisch. Wir müssen lernen, ein Mantra im Körper zu verankern. Dann wird er es genauso wiederholen wie: „Ich habe vergessen, das Gas abzudrehen“ oder „Ich werde Krebs bekommen“ oder ... Er wird es tagaus, tagein wie ein Esel wiederholen. So einfach ist das. (Band 3, Seite 33 f)

Es wurde klar, dass das Mental und Vital völlig anders funktionierten als das Physische, die Zellen. Während auf der mentalen (Mental) oder Gefühlsebene (Vital) alles immer wieder und wieder wiederholt werden muss, damit Änderungen in hergebrachten Gewohnheiten sich einschleifen, reagiert die physische zelluläre Ebene anders. Sie braucht einen Anstoß, der nicht einfach zu bewerkstelligen ist, und der nicht über die intellektuelle Ebene (Mental) oder die Gefühlsebene (Vital) herzustellen ist – es geht nur unter Umgehung des Mentals und Vitals direkt auf der Zellebene – durch eine Bewusstheit, die bis auf die Zellebene reicht. Doch ist das neue Mantra erst einmal verankert, läuft in den Zellen das neue Perpetuum Mobile von allein ab. „Wir müssen lernen, im Körper ein Mantra zu verankern.“ Oberflächlich betrachtet mag das klingen, als seien positive Affirmationen die Lösung, doch es geht um etwas weit tieferliegendes und um etwas, das unter Umgehung von Intellekt und Gefühl vonstatten gehen muss. Das Wesen der Zellen beschreibt Mutter so:

 

"Die größte Schwierigkeit ist, dass die Substanz des Körpers aus Unwissenheit besteht, deshalb muss man jedes Mal, wenn die Kraft, das Licht, die Macht irgendeinen Teil durchdringen will, die Unwissenheit vertreiben. (...) Jedes Mal ist es eine bis in alle Einzelheiten ähnliche Erfahrung. Es handelt sich um eine Art Verneinung aus unwissender Dummheit (es ist kein schlechter Wille, da ist kein schlechter Wille), es ist eine träge und unwissende Dummheit die, weil sie so ist, die Möglichkeit göttlicher Macht (...) verneint, und das ist es, was jedes Mal aufgelöst werden muss." (Band 2, S. 335)

"Als erste Reaktion tritt ein Zustand ein, der die Möglichkeit des göttlichen Wirkens verneint (es ist kein Wille, sondern eine automatische Verneinung), darauf antwortet immer ein Lächeln (interessanterweise ist es nie Zorn, nie eine sich aufzwingende Kraft, nur ein Lächeln), und beinahe augenblicklich verschwindet der Schmerz [der Verneinung] (...) Aber (...) es ist nicht endgültig (...). Die Erfahrung wiederholt sich bei einer anderen Gelegenheit und aus anderem Anlass, aber dann besteht immerhin bereits ein Anfang der Zusammenarbeit. Die Zellen haben erkannt, dass DAS die Lage ändert (sie erinnern sich, das ist sehr interessant), und so beginnen sie mitzuarbeiten, was die Aktion beschleunigt. Dann (...) wiederholt es sich ein drittes Mal, und die Zellen selbst rufen die göttliche Aktion herbei, weil sie sich erinnern. (...) Da kommt ES auf eine so herrliche Weise, wie etwas Beständiges... (Band 2, S. 336) "Die Belehrung des Bewusstseins der Zellen besteht darin, ihnen beizubringen, das göttliche Bewusstsein, die göttliche Gegenwart, die göttliche Macht zu wählen, (...) eine Wahl in jeder Sekunde zwischen der Herrschaft der alten Naturgesetze und der Herrschaft des höchsten Bewusstseins. (...) Eine Wahl, das ist leicht gesagt, aber wie lässt sich das auf der zellularen Ebene bewerkstelligen?" (Band 2, S. 334) Das war das, was Mutter jahrzehntelang in jedem Augenblick ihres körperlichen Seins erforschte.

Der Schlüssel, der zwischendurch unerreichbar schien, fand sich schließlich in den befreiten Zellen selbst auf und lag im Wesen der vom Griff des Mentals und Vitals befreiten Körperzellen:

Die anderen Seinszustände, das Mental, das Vital, mögen sich mit partiellen Kontakten zufriedengeben ... Das heißt, mit der Beziehung zu den (...) Göttern, Himmeln, Erleuchtungen, Offenbarungen, Musiken aller Art. Allein der Allerhöchste kann mir [der Zelle] genügen. Damit kam die so deutliche Vision, dass nur die höchste Vollkommenheit diesem Körper die Erfüllung geben kann. (...) Es ist ein Anfang. Es fing an mit einer Abscheu, einer herzzerreißenden Abscheu vor all dem Elend, all den Schwächen, all der Müdigkeit, all dem Unbehagen, dem Hin und Her, dem Knirschen, ach! ... Aber das Interessante war, dass zusammen mit dieser Abscheu etwas wie eine Suggestion der Auflösung, des Nichts kam – des ewigen Friedens, und er fegte all das selber weg! Als richtete sich der Körper auf: „Aber das [was mir Mental und Vital hier im irdischen Leben bisher erlaubt haben] ist nicht, was ich will! Ich will ...“ (und das war ein Leuchten von blenden goldenem Licht, ein diamantenes Funkeln), „ich will die Pracht deines Bewusstseins. Die erste reine Reaktion des [in Mutters Körper schließlich vom Mental und Vital befreiten] Zellbewusstseins! Ich glaube, damit haben wir einen Zipfel der Lösung erfasst. Eine ganze Welt beginnt, sich zu öffnen. Wir werden sehen.

(...) Nur ein winziges Flüstern in den Zellen. Ein erstes Mantra der Materie. Der Schlüssel war gefunden! (Band 3, S. 32)

 

Es ist ein Lächeln, das gefunden werden muss. (Band 2, S.362)

Und alle Körper, die diesen Weg zurücklegen wollen, brauchen allein diese Aspiration [das "Flüstern in den Zellen" aus dem vorigen Zitat] - im Grunde genommen ist sie wahrhaftig der einzige Weg, den es seit dem Protoplasma gibt: ein Streben, eine Aspiration. (Band 3, S. 97)

Das im wahrsten Sinne des Wortes Bahnbrechende war, dass dieses winzige Flüstern der Materie nur befreit und dadurch als Schlüssel wirksam werden konnte, weil Mutter es nach Jahrzehnten unbeirrbaren mikroskopischen Erforschens der Struktur der Materie gelang, dieses Flüstern in ihren Zellen wahrzunehmen oder zu erwecken. Das Mantra, das sie in ihren Zellen vernahm war: „Allein der Allerhöchste kann mir genügen.“ An anderer Stelle heißt es: Und plötzlich erinnert sich Mutter: Ja, ich bemerkte, dass die Zellen überall, die ganze Zeit das Mantra wiederholten: OM Namo Bhagavate, OM Namo Bhagavate ... die ganze Zeit, die ganze Zeit. OM Namo Bhagavate wiederholt sich spontan und automatisch in einem sanften Frieden. (Band 3, S. 23)

Genau dieses Phänomen vollzog sich in Mutters Körper. Zellen, die spontan das Mantra wiederholen. (...) Hier entsteht keine neue Denkweise in der Materie, sondern eine neue Seinsweise der Materie. Der Embryo der neuen Spezies. Der Schlüssel für die Transformation des Körpers. Zehn Jahre lang, von 1958 bis 1968, hatte sie gearbeitet, um das Netz [der Illusionen des Mentals] zu durchdringen, um die Zellen von ihren alten Prägungen zu reinigen, vom Bann des physischen Mentals, und jetzt kam die eigentliche Aufgabe: die Herstellung einer neuen Art von Körper in der Materie (ebenda S. 25)

Und wie wird sie aussehen die neue Welt? Solange wir noch vom Mental beherrscht sind, wollen wir das wissen. Dem wahren Leben sind solche Fragen gleichgültig:

 

Der Körper enthält den Schlüssel der langen Reise. So verlangt es ihn nicht nach einer Karte: es verlangt ihn zu sein. (Band 3, S. 97)

Gleichwohl finden sich im Band 3 Beschreibungen der neuen Welt:

Könnte diese wahre Schwingung, dieser unscheinbare Hintergrund der Wahrheit die lügenhafte Schwingung ersetzen, so würde der Welt eine ungeheure Veränderung widerfahren – eine unvorstellbare Veränderung, weil wir uns das Einfache nicht vorstellen können. Wir können uns Feen, Götter und alle möglichen grandiosen Komplikationen oder Super-Maschinen vorstellen, und in der Tat verbringen wir die meiste Zeit damit, neue Komplikationen zu erfinden, die unsere alten Komplikationen vereinfachen sollen – doch das, was keiner Maschinen bedarf, was einfach fließt wie die Quelle ... Eine Quelle ist in jeder Sekunde neu. Etwas, das seinen Weg entsprechend seinem Wahrheitsgefälle findet und das seinen Weg durch die einfache Kraft seines Seins nimmt.

(...) Eine Welt, in der man in jeder Sekunde alles Nötige weiß, genau im erforderlichen Ausmaß, wie der Vogel, ganz einfach. Man weiß alles, was man nicht wusste, weil die Festung die Mauer des Nicht-Wissens bildete. Als erstes werden dann sämtliche Schulen einstürzen. Es bleiben nur die weite Schule des Lebensspiels und vielleicht Schulen für Körperübungen oder besser für körperliches Bewusstsein. Kein Vollstopfen der Schädel mehr, weil es keine Festung mehr zu stopfen gibt. (...) Und jeder ist das, was er ist: das ergibt viele verschiedene Melodien; und weil es nicht mehr notwendig ist, den Nachbarn zu beraufen, um die eigenen Kammern zu füllen, nicht mehr notwendig, einen falschen Lebensunterhalt zu verdienen, um sich nebenher ein schönes Leben zu machen, braucht man nichts anderes mehr zu sein als das, was man ist. (...) Es gibt nichts zu erobern! Außer sich selbst, immer schöner, immer offener, immer mächtiger. (...) eine Welt in der man sich nichts mehr vormachen kann. Es bleibt nur eine einzige Macht, und zwar zu sein, mehr und mehr. Wer wird dann noch den Krebs wählen? Den eigentlichen Krebs, den der Lüge, der all die anderen Krebskrankheiten verursacht?

(...) ich kann gut verstehen, warum sie immer sagten, man müsse der Materie entfliehen! Es erfordert eine solche Transformation, dass es fast eine Ewigkeit braucht. (...) Und es ist völlig offensichtlich, dass es sich nie ändern würde, wenn es nicht unerträglich wäre. Und wenn es unerträglich ist, möchte man wirklich davor weglaufen – aber das ist unmöglich! (...) Sie lebte in dieser wachsenden Unmöglichkeit. (...) Vielleicht zum ersten Mal auf der Erde, jedenfalls zum ersten Mal auf der Erde des Menschen gab es [in Mutter während der letzten fünf Jahre ihres körperlichen Daseins auf der Erde] ein Gebilde menschlicher Materie ohne jegliche genetische Erinnerung. (...) Die ganze Zeit (...) lebte ich [Mutter] darin, Tag und Nacht. Ein Körper ohne Mental und ohne Vital. Es blieben nur seine Wahrnehmungen: er lebte in Seelenzuständen. Seelenzustände der anderen, Seelenzustände der Erde... Diese Seelenzustände drückten sich in Bildern aus. (Die ersten Seiten von Band 3)

 

Ein Anfang war gemacht. Nun ging es darum, den neuen Körper entstehen zu lassen.

Eine Tages im Jahre 1970 machte Mutter folgende Bemerkung: Ich habe den Eindruck, dass etwas im Körper entsteht, eine Seinsart der Zellen, die der Anfang eines neuen Körpers sein wird. Es ist ein merkwürdiges Gefühl, wenn sich das einstellt. (...) Der Körper selbst hat das Gefühl zu sterben - etwas ... von dem er nicht weiß was es ist. Nur ein sehr intensiver Zustand des Glaubens lässt einen das aushalten. Als würde ein Ding in ein anderes verwandelt. Doch das ist ... schwierig. Etwas ganz und gar Neues. (Band 3, S 61).

 

Eine kleine neue Schwingung, die sich unablässig in den Zellen prägt. Diese kleine Schwingung müssen wir erfassen, so wie [die Affenwesen] zu Beginn dieser ganzen (...) Geschichte die Schwingung des Mentals erfassten [und dadurch zu Menschen wurden]. Das ist nicht schwierig, man braucht nicht weit zu laufen, muss keine Super-Gehirne bauen oder Super-Meditationen mit verknoteten Beinen üben: es braucht nur ein Mantra, ein Losungswort - welches auch immer -, doch es muss ein innerster Schrei unseres Wesens sein. (...) Man wiederholt das Mantra, bis es die ganze Kruste durchdrungen hat, die ganze Banalität und Idiotie des Alltags, all die Millionen und Abermillionen von Vergeblichkeiten, die man für etwas anderes durchlebt, das niemals kommt. Man wiederholt es so hartnäckig wie ein Maultier, bis die Zellen diese Schwingung des Appells ergreifen - dann wiederholen sie es Tag und Nacht, ohne Unterlass, automatisch, närrisch ... und wunderbar. Dort beginnt das Wunder, (...) das zellulare, physiologische Wunder. Denn Sri Aurobindo und Mutter haben den Weg eröffnet. Deshalb ist es nicht, als müssten wir undurchdringliche Schichten durchqueren: der Weg ist offen. (...) Und man braucht nicht blind zu glauben: man braucht nur dorthin zu gehen, auf diese Ebene. Das gilt es zu berühren. Das Wunder ist: Wenn man das berührt, erbaut sich die neue Welt von selbst, ohne dass man es wollen, verstehen oder suchen müsste. (Band 3, Seite 264)

Die Evolution ist die bewusste Entdeckung des großen Milieus und des großen Gesetzes: Tausende und Millionen kleiner Gebilde, die einzeln das Wunder des großen Ganzen entdecken, das sie selbst sind. Der Mensch repräsentiert den individuellen Übergang von diesem großen Ganzen, das seiner selbst nicht bewusst ist, (...) zum großen, sich seiner Vielfalt in der Einheit bewussten Ganzen: die Rückkehr zur großen Natürlichkeit der ganzen Welt, von der der Mensch sich zeitweilig trennte, um diese kleine reflektierende oder sich wiederspiegelnde Facette zu bilden. Das ist unser großer "kosmischer Unfall", (...) unser sogenannter Sündenfall aus dem irdischen Paradies. Aber das irdische Paradies ist vollkommen hier, dafür ist kein Himmel nötig. (...) Wir müssen das wiederfinden, was wir sind. Unser großer Schmerz besteht darin, nicht das zu sein, was wir sind. (...) Das ist der große Übergang vom verzerrten Bewusstsein in seinem verzerrten individuellen Milieu zum geraden Bewusstsein, exakten Bewusstsein, zum Wahrheits-Bewusstsein, das wir das Göttliche nennen können oder den Herrn oder was auch immer - Hauptsache wir kosten es.

Tatsächlich lässt es sich kosten: Ich [Mutter] war wie eingetaucht in das Bad der Liebe des Höchsten. [Für den Körper ist es ein Bad, nicht etwas Emotionelles]. Es ist eine Art homogene, unbewegte Schwingungsmasse und dennoch von einer Schwingungsintensität ohnegleichen, die in einem warmen goldenen Licht zum Ausdruck kommen kann. Das ist überall gleichzeitig, es ist sich überall gleich, ohne Wechsel von hoch und tief, unveränderlich, in einer gleichbleibenden Intensität der Empfindung. Dieses "Etwas" ist zugleich absolute Unbewegtheit und absolute Schwingungsintensität. Und DAS ... liebt. Da ist kein "Herr", kein "Etwas", kein "Subjekt", kein "Objekt". Das liebt. Wie aber könnte man beschreiben, was DAS ist? ... Es ist unmöglich. DAS liebt überall und alles, immer und gleichzeitig. Hat man DAS einmal erlebt, dann wird man sich auf so unwiderrufliche Weise bewusst, dass alles vollkommen von der individuellen Wahrnehmung abhängt, und diese individuelle Wahrnehmung hängt natürlich immer wieder von der Unzulänglichkeit, der Trägheit, dem Unverständnis, der Unfähigkeit der Zellen ab, diese Schwingung in sich halten und beibehalten zu können (...). Aber Er ist hier, Er ist hier, hier! Er ist beständig - ist DIE Beständigkeit. Diese Beständigkeit, die Buddha suchte, sie ist hier. Buddha behauptete, sie im Nirvana gefunden zu haben - sie ist hier in dieser Liebe. (...) Nur die Dinge selbst sind unfähig, mehr davon zu fühlen, als sie ertragen können. Es ist die Welt von morgen oder übermorgen. Es ist von unbeschreiblicher Pracht.... (...) Der Tag, an dem die Erde DAS manifestiert, wird von einer Pracht sein (denn dies wurde uns versprochen, und das sind keine leeren Versprechungen) ... Es ist so merkwürdig: die vitale Welt ist herrlich, die mentale Welt hat ihren Glanz, die Welt der Götter (die existente Wesen sind, die ich [Mutter] gut kenne) ist wirklich sehr schön; aber stell dir vor, seitdem ich DIESEN Kontakt habe, erscheint mir all das hohl - es erscheint mir hohl und ... es fehlt ihm das Wesentliche. Dieses wesentliche Etwas ist im Prinzip hier auf der Erde vorhanden. - Das ist die Erfahrung des Körpers, der Zellen. (Band 2, S. 310 f)

Dann sind wir angekommen. (...) Mutter ist da und die neue Erde ist da. (...) Ob wir wohl ein wenig mithelfen wollen? (...) Die Mutation des Todes findet jetzt statt. Stellt euch vor, das ist so. Ihr seht das Leben, ihr seht, was es ist, ihr seid gewohnt, ein solches Dasein zu führen, und es ist traurig und trübe (manche Leute amüsieren sich, aber das sind diejenigen, die sich mit wenig zufrieden geben), doch dahinter gibt es ein Märchen. Etwas, das sich vorbereitet und dass so schön sein wird, unbeschreiblich schön! Und wir werden daran teilhaben! (Band 3, Seite 267).

 

Petra Mecklenburg

Januar - März 2010

 

 

 

Mutters Mantra

 

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Zum Weiterlesen:

 

Seit 1978 leben Satprem (1923 - 2007) und Sujata (1925 - 2007) weit weg von Pondichery und widmen sich ausschließlich Mutters Werk und ihrer Erfahrung im Zellbewusstsein des Körpers.

Näheres auf deutsch hier unter " Sujata Nahar", im Menu links

 

(aus einem Brief Satprems von 1998):

"In Wahrheit lebe ich eine seltsame Sache, in menschlicher Haut unbekannt (...) Ich kann niemanden mehr "normal" treffen, ich werde physisch erdrückt von einer Macht, einer den Menschen bislang unbekannten Macht, die aber gerade dabei ist, das zu erbauen, was wir sein werden. Unter diesem Gewicht (oder vielmehr in diesem Gewicht) kann ich nicht einmal mehr intelligent reden, und mich kaum bewegen. Es ist der Mensch auf der anderen Seite unserer Gräber - wie leben außerhalb von dem, was wir physiologisch und von unseren Millionen Jahren tierischem Erbe her sind? Tag für Tag, eigentlich Stunde um Stunde, staune ich wie in einem nie endenden Wunder, das nicht lebbar ist und trotzdem lebt, ja, es ist eine Sorte Unmöglichkeit, die sich durch ihren Willen möglich machen will - und es bin nicht ich, der will! Wie ein Katarakt ist das über mich gekommen, aber keiner aus Wasser: es ist eine andere Luft, die man atmen muss, und atmen muss, ohne es zu können, es ist einfach in Gang gesetzt - und kann man etwa eine Minute aufhören zu atmen, ohne zu Boden zu fallen ?! Es ist also eine Art nicht endender Chaoszustand zwischen dem Tod und dem alten Leben und diesem anderen Leben, das weder Worte hat noch überhaupt Mittel zu leben - es ist überhaupt das Mittel selbst, das gerade dabei ist, sich am lebenden Objekt zu erschaffen! Es ist der nächste "Mensch", oder das nächste Wesen auf der Erde, das sich gerade erschafft; und worin kann sich das erschaffen, wenn nicht quer durch alle Widersprüche und Verneinungen unseres alten ausgedienten Kadavers hinweg? Das spielt sich nicht "da oben" ab, in den unendlichen Räumen des Bewusstseins, das spielt sich hier ab, innerhalb dieser Haut, in die wir gegen ihren Willen diese Unermeßlichkeit eintreten lassen müssen. Es ist gleichzeitig wunderbar und schrecklich - eine Gnade, versuchen zu können, dies inmitten unserer alten Welt, die gerade zusammenbricht, zu leben. Irgendwo muss das ganze ja beginnen, und welcher Teil, welcher Punkt der Materie ist denn vom Rest getrennt? Man lebt alle Körper in einem oder versucht alle Körper in einem zu leben. Das ist zuviel für einen braven Bürger, aber man muss doch weitermachen - es ist alles in Gang gesetzt, wie ein irdischer "Kataklysmus", es ist unvermeidlich und unerbittlich und wunderbar. Da gehts lang, für uns alle.

 

P.S.: Wenn dein junger Freund Sri Aurobindo oder die Agenda von Mutter lesen kann, wird er in physischen Kontakt mit der Quelle von morgen kommen."

Aus Satprems letztem Buch L'oiseauDoël

"Doël oder der nächste Vogel auf der Erde":

Die Sprachen wie die Dinosaurier und unsere provisorische Spezies, sie verknöchern, sie stoßen ihren Schrei nicht mehr aus - und welcher Schrei, wenn nicht das, was man ist? Ich habe so viele Sprachen gehört, die weder sich selbst noch einander verstehen, wie das Gekreische der Makakenäffchen mit einigen Koordinationskonjunktionen, und nichts passt zusammen. Dann bin ich in Stille geblieben, ich habe meinen provisorischen Menschen verloren, und ich habe eine große Welle gehört, die das Universum umarmte, mit all den kleinen Tieren darin, die allüberall rauschte, mit einem Grashalm, einem Blatt im Wind, einem einsamen Felsen, und das war es, was alles bewegte, wie es selbst überall. Dann habe ich gesehen, wie meine Schritte, meine Handlungen, meine Worte keine Impulse oder Gedanken, richtig oder nicht richtig, klar oder nicht klar, waren - es waren Noten, falsche oder richtige. Wie der Vogel. Es gibt einen Klang, eine Musik des Seins außerhalb von allem, was man denken kann.

Man muss lernen, musikalisch zu sein, in allem, oder mit allem.

Der alte provisorische Mensch baut ständig Dämme aus seinen Ideen (oder seinen Gefühlen). Alles reibt sich mit allem und kreist um sich selbst -- er kennt seinen ihm gemäßen Schrei nicht.

Das wird die nächste Seinsart:

eine musikalische Art,

eine Musik die alle Schmerzen der Erde

heilen wird."

Aus dem Französischen: Petra Mecklenburg

Quelle für die französischen Texte:

http://www.ire-miraditi.org/

 

 

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Eine Beschreibung der Reise Mutters aus anderer Sicht

findet sich in Sri Aurobindos Epos

SAVITRI

Mutter nennt es das Mantra für die Transformation der Welt und sagt darüber:

„Und welch ein Werk hat er vollbracht! Er hat etwas Unsterbliches und Ewiges erschaffen ... Er hat das ganze Universum in ein einziges Buch gepackt. Es gibt auf der ganzen Welt nichts Vergleichbares.

Der Mensch kann sich nicht vorstellen, was er erschaffen hat, denn alles ist da, alles ...

Mystik, Okkultismus, Philosophie, die Geschichte der Evolution, die Geschichte der Menschen, die der Götter, der Schöpfung, der Natur, weshalb, für welchen Zweck, zu welcher Bestimmung – alles ist da.

Die Worte sind so gesetzt und gefügt, dass der Klang des Rhytmus dich zum Urklang - OM - hinführt."

"Savitri ist etwas Greifbares, Lebendiges, es ist voll, vollgepackt mit Bewusstsein. Savitri ist allerhöchstes Wissen, über allen menschlichen Philosophien und Religionen stehend. Es ist spiritueller Weg, Yoga, Tapasya, Sadhana, alles in einem. Savitri ist außerordentlich machtvoll,

es verströmt Schwingungen an den, der sie empfangen kann, die wahren Schwingungen jeder Bewusstseinsstufe. Es ist unvergleichlich, Wahrheit in ihrer ganzen Fülle, die Wahrheit, die Sri Aurobindo auf die Erde gebracht hat. Sei offen, das Geheimnis zu entschlüsseln, das Savitri ist, die phrophetische Botschaft, die Sri Aurobindo uns darin enthüllt."

 

In Savitri nimmt Sri Aurobindo die Legende von Savitri und Satyavan aus der Mahabarata

auf, haucht ihr jedoch ein vollkommen neues Leben mit einem neuen Ausgang ein - das Versprechen vom Paradies auf Erden. Bei Sri Aurobindo wird Savitris Geschichte zu Mutters Geschichte:

"Ja, all die Schilderungen, die Farben, die Bilder, die ich gesehen hatte, die Worte, die ich gehört hatte, alles, alles, ich hörte es alles [wenn er ihr morgens die neu entstandenen Verse vorlas], von ihm in Poesie umgesetzt, in wunderbare Poesie. Ja, es waren genau meine Erfahrungen aus der jeweils vorangegangenen Nacht, die er mir am folgenden Morgen vorlas. Und es war nicht, dass ich ihm von meinen Erlebnissen erzählt hatte, nein, er wusste bereits, was ich gesehen und erlebt hatte, es waren ebenso seine Erfahrungen."

Aurobindos Epos Savitri ist die höchste Ausdrucksform seiner Botschaft und Vision. In einem seiner ersten Briefe an die Mutter sagte er: "Den Himmel haben wir in Besitz genommen, aber nicht die Erde; aber die Fülle des Yoga ist es, um einen Ausspruch des Veda zu benutzen, `Himmel und Erde gleich und eins zu machen´".

 

Hier zum Beispiel kann man den gesamten englischen Originaltext von SAVITRI herunterladen

Eine deutsche Übersetzung ist 2009 bei Hinder + Deelmann erschienen

Hier zum Beispiel gibt es weitere Information zu und rund um SAVITRI

 

Hier ein Link, der eine wahre Fundgrube ist für ausführliche Textauszüge

aus den Büchern, die ich oben nenne und anderen:

www.evolutionsforschung.org

 

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Hinweise in aktuellen Texten anderer Autoren, dass die Veränderungen, um die es bei Sri Aurobindo und Mutter ging/geht, hier und jetzt stattfinden:

 

Jetzt, 2013, finde ich die durch Mutters Wirken befreite Energie wieder als

Sol'a'vana, der Energie des Atems Gottes, mit der seit April 2012

u.a. (?) in der Kryonschule von Sabine Sangitar gearbeitet wird.

 

Satprems Schilderungen seiner eigenen Erfahrungen zw. 1983 und 2007:

Seine Carnets d'une Apocalypse (Bd. 1 - 8, nur in Französisch bisher)

und sein

Evolution II (auch in Deutsch)

Evolution, Transformation und Erfahrbarer Atem

(with link to English translation/avec traduction francaise)

Veraenderungen im Kern der Erde

Die Webseite von Giuliana Conforta

Marco Pogacnik über die Neue Erde

Veränderungen, die immer offensichtlicher werden

Kunlun Neigong - upanishadische Weisheit

auch Sri Aurobindo bezieht sich auf die Upanishaden

Heilung durch Bewusstheit

In Wahrheit ist alles gut

Wahlfreiheit

 

 

Und als Erinnerung aus dem Biologieunterricht:

Eine neue Spezies - unrealistisch?

Wenn eine Raupe an einen bestimmten Punkt ihrer Entwicklung gelangt, beginnt sie übermäßig zu fressen, wird unersättlich und vertilgt alles, was ihr in die Quere kommt. Zur gleichen Zeit werden die "Gestaltgebungszellen" in der Molekularstruktur der Raupe aktiv. Während sie sich also weiter voll frisst, erwachen diese Zellen und nehmen Kontakt zueinander auf. Wenn sich genug von ihnen verbunden haben (und das muss nicht die Mehrheit der Zellen sein), übernehmen sie die Richtung, in die sich die Raupe entwickelt. Zu diesem Zeitpunkt beginnen die anderen Zellen zu verwesen und werden zur so genannten Nahrungssuppe – aus der die Gestaltgebungszellen das unvorhersagbare Wunder des Schmetterlings erschaffen.

Von Bobby Langer, nach: Elisabet Sahtouris, Evolutionsbiologin

Gefunden auf Bobbys Webseite